Bei Erosionsschutzmaßnahmen für Böschungen, die keine Defizite in der Geländebruchsicherheit (innere Stabilität) aufweisen – diese wird durch andere Technologien und Verfahren gelöst –, sondern nur mit Oberflächenerosion, entscheiden über die Wahl einer geeigneten Lösung und damit auch einer geeigneten Böschungsmatte oder eines
Böschungsnetzes die folgenden Faktoren:
Die Verantwortung für die endgültige Auswahl des Produkts für die beabsichtigte Verwendung sowie für die Art seiner Anwendung trägt der Nutzer. Deshalb ist es sinnvoll, sich für die Planung einer technisch richtigen Lösung für die konkrete Situation an eine Fachfirma zu wenden, die unter festgelegten Bedingungen eine Beurteilung, einen Entwurf oder ein Projekt ausarbeitet.
Ein wesentlicher Faktor, der die Auswahl einer Erosionsschutzmatte oder eines Netzes bestimmt. Je steiler die Böschung, desto höher sollte das Flächengewicht des gewählten Produkts sein.
Je steiler die Böschung, desto hochwertiger wählen wir das Produkt mit längerer Lebensdauer. Eine allgemeine Empfehlung zeigt das folgende Bild:

Es zeigt, dass allgemein z. B. ein Jutenetz 500 g auf Böschungen mit einer Neigung von 10–30° verwendet wird. Die breiteste Anwendung haben Kokosnetze, die auf Böschungen von 10–50° eingesetzt werden. Für noch steilere Böschungen sind Kokosmatten geeigneter.

Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass Produkte für Böschungen ab 60° bereits nur bedingt geeignet sind (z. B. nur in Verbindung mit einer Zusatzbewehrung).
TIPP: Die rein visuelle Abschätzung der Hangneigung ist oft trügerisch. Deshalb ist es besser, die Böschungsneigung zu messen. Für diese Zwecke kann ein mechanischer oder digitaler Neigungsmesser oder die App SnowSafe für Mobiltelefone verwendet werden.
Je mehr die Böschung durch Regen, stehendes oder fließendes Wasser beansprucht wird, desto schwereren Schutz benötigt sie. Das heißt: Je größer die hydraulische Belastung, desto festeres und dauerhafteres Produkt.
Auf Böschungen, die nur Niederschlägen ausgesetzt sind, werden Jute- und Kokosnetze und -matten verwendet, gegebenenfalls auch dauerhafte Kunststoff-Böschungsmatten.
Böschungen, die gelegentlich durch fließendes Wasser beansprucht werden, schützen wir am häufigsten mit kombinierten und Kunststoff-Böschungsmatten. Für dauerhaft befeuchtete Böschungen ist es geeignet, eine weitere Kategorie von Geokunststoffen zu verwenden, nämlich Geozellen.
Für überwiegend tonige oder sandige Böden, in denen die feinkörnige Fraktion überwiegt, sind Matten (geschlossene Strukturen) geeigneter als Netze mit offener Struktur.

Gras ist nur bis zu einer bestimmten Neigung geeignet (ca. 40–50°) und es hängt auch von Menge und Intensität der Niederschläge ab. In trockeneren Gebieten auf zu steilen südlichen Böschungen hat Gras in der Regel keine Chance zu überleben und vertrocknet, weil es wenig Niederschlag gibt und dieser schnell von der Böschung abfließt und dadurch nicht rechtzeitig zu den Graswurzeln einsickern kann.
Begrünte steile Böschungen sind zudem schwer zu pflegen. Für solche exponierten Böschungen sind bodendeckende Pflanzen geeigneter. Wenn es notwendig ist, die Böschung auch gegen das Durchwachsen von Unkraut zu schützen, werden unter Erosionsschutzprodukte verschiedene Kunststoffvliese oder Ökotextilien verwendet, die am häufigsten mit Kokosmatten und -netzen kombiniert werden.
Sofern die Böschung für Wartungszwecke begehbar sein muss, ist eine flächige Rasenansaat geeigneter. Bodendecker eignen sich für die Einzelpflanzung an begrünten Hängen oder für Bereiche, die nicht begangen werden.
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